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Der Bahá’í-Glaube ist eine Weltreligion, die Menschen aus über 2100 verschiedenen ethnischen Gruppen, die in mehr als 100.000 Orten leben, in einer universalen Gemeinschaft und einem gemeinsamen Glauben vereint. Die Bahá’í-Religion wurde von Bahá’u’lláh (1817 – 1892) gestiftet. Bahá’í sind die Anhänger Bahá’u’lláhs, von dem sie überzeugt sind, dass Er der Verheißene aller Zeitalter ist. 

Heute sind Bahá’u’lláhs Lehren weit verbreitet. Viele Menschen weltweit nutzen sie als inspirierenden Antrieb zur persönlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Nach den Bahá’í-Schriften entstammen alle Religionen derselben göttlichen Quelle. Die Absicht der Religionsstifter war stets, das Wohl des Einzelnen und der Gemeinschaft zu fördern.
Bahá’u’lláhs Vision zur Lösung gegenwärtiger Herausforderungen umfasst grundlegende Prinzipien zur Verwirklichung des Weltfriedens. Er sieht die ganze Menschheit als eine Einheit und einen einzigen Organismus.
„Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit. … So machtvoll ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.“

Das Ziel der Einheit der Menschheit kann nur in praktischen Schritten verwirklicht werden. Dazu erläutert Bahá’u’lláh in seinen Schriften viele wesentliche Aspekte wie die tatsächliche Gleichberechtigung von Frau und Mann, den Abbau von Vorurteilen, die Stärkung der Einheit in der Familie oder den offenen, freien Meinungsaustausch.
Aus Bahá’í-Sicht beeinflusst die innere, spirituelle Entwicklung des Einzelnen den gesellschaftlichen Fortschritt. Gebet, Meditation und Reflexion über Heilige Schriften können diese Entwicklung fördern. Jeder Mensch ist „ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert“.
Der Glaube kann dem Menschen helfen, seine wertvollen inneren Eigenschaften zu entfalten. Damit dient er zugleich sich selbst und der Gesellschaft. Nach den Bahá’í-Lehren drückt sich wahrer Glaube in Taten aus.
Wie in den Bahá’í-Schriften vorgesehen, wird die Bahá’í-Gemeinde heute durch demokratisch gewählte Gremien auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene verwaltet. Diese Gremien bestehen aus neun Personen und werden in regelmäßigen Abständen gewählt; es gibt keinen Klerus.